• BIKAR-ALUMINIUM GmbH - Ein junges Unternehmen mit Wachstumsschub in Korbußen

    Unternehmen in Ostthüringen

    Die Bikar-Aluminium GmbH in Korbußen wurde 2009 gegründet und hat zuletzt für knapp 25 Millionen Euro zwei neue Hallen errichtet. Mit rund 60 neuen Mitarbeitern sind nun über 100 Personen am Standort beschäftigt. (Foto: Marcel Hilbert)

    Es sind nicht nur die großen Namen, die die Unternehmerlandschaft in Ostthüringen prägen und ausmachen. Auch viele kleinste, kleine oder mittlere Firmen leisten Erstaunliches für die Volkswirtschaft. Manchmal sind sogar heimliche Gewinner, sogenannte Hidden Champions, darunter. Die OTZ stellt wöchentlich Betriebe und Dienstleister aus Ostthüringen vor. Heute: Bikar-Aluminium GmbH.

    Korbußen. Sie gehören irgendwie einfach ins Bild, die silbergrauen Quader mit blauen Nuancen und dem großen Firmenschriftzug, die bei der Fahrt auf der A4 zwischen Gera-Leumnitz und Ronneburg im Gewerbegebiet Korbußen stets sofort ins Auge fallen. Dabei prägen die Werkhallen der Bikar-Aluminium GmbH erst überraschend kurz die Szenerie, ein Teil sogar erst seit wenigen Monaten.

    Bikar in Korbußen ist ein durch und durch junges Unternehmen, das eben erst einen enormen Wachstumsschub erlebte. 2009 mit fünf Beschäftigten an seinem Ostthüringer Standort gegründet, zählt es mittlerweile über 100 Mitarbeiter. Mehr als die Hälfte davon wurde im vergangenen Jahr im Zuge einer Großinvestition in den Standort eingestellt. Für 25 Millionen Euro wurden zwischen März 2014 und März 2015 neben den beiden bereits bestehenden zwei neue Produktionshallen von je 120 mal 70 Metern errichtet.

    Damit wird vor allem der Bereich Zuschnitte des Unternehmens weiter ausgebaut, das sich dem Handel mit Nichteisen- (NE-)Metallen, wie eben Aluminium, aber auch Kupfer, Messing, Bronze und mehr verschrieben hat. Durch das neue Zuschnittzentrum und das weitere Produktionszentrum für Aluminium-Gussplatten und plangefräste Präzisionsplatten kann das Unternehmen ein noch größeres Angebotsspektrum anbieten. Aluminiumbarren werden dabei in alle möglichen Formen und Größen zurecht gesägt und gefräst, um sie möglichst passgenau zur Weiterverarbeitung an die Industrie – Automobil-, Luft- und Raumfahrtindustrie, Maschinen-, Formen- Werkzeug- und Modellbau – zu liefern.

    "In unserem Zuschnittzentrum machen wir überwiegend gerade Schnitte, haben allerdings auch spezielle Sägen für Ronden und Ringe", erklärt Marketingleiter Jan Saßmannshausen das Spektrum der Zuschnitte. Da die selbstproduzierten Platten mittlerweile einen großen Teil des Umsatzes ausmachen, beschreibt er das Unternehmen mit Augenzwinkern als "Plattenproduzent". Dazu kommt die "Stangenware", also Stangen, Rohre und Profile in allen möglichen Abmessungen.

    Altersdurchschnitt von 31 Jahren

    Neben dem neuen Hochregallager, das im Zuge der Erweiterung entstand, wurde in rund 20 neue Maschinen für Zuschnitt und Bearbeitung von NE-Metallen investiert. Nach eigenen Angaben verfüge das Unternehmen damit über das weltweit größte und modernste Zuschnittzentrum für Aluminium-Guss. Auch wenn noch nicht alle Arbeiten an den neuen Produktionsstätten abgeschlossen seien, sagt Saßmannshausen, so sei die Auftragslage derzeit dennoch so gut, dass in beiden Hallen bereits produziert wird.

    Mehr Produktion, mehr Mitarbeiter – dieser Zusammenhang ist zwar logisch und auch bei Bikar-Aluminium zutreffend. Doch stellt er für Pascal Bikar, neben Claudia und André Bikar Teil des Geschäftsführungs-Trios, eben nur eine Seite der Medaille dar. "Bei so tollen Mitarbeitern mussten wir investieren, da fiel die Entscheidung nicht schwer", sagt er: "Jeder sieht das Unternehmen als seines an, jeder zieht mit." Und brachte und bringt seine Ideen für die Optimierung der Produktionsabläufe ein, so dass die ohnehin schon selbst entwickelten Produktionsstrecken in den neuen Hallen noch einmal effizient weiterentwickelt werden konnten. "Großer Zusammenhalt", "Vertrauen" und eine "optimale Chemie", all das zeichne die Mitarbeiter aus, sagt Produktionsleiter Christian Harzendorf, der selbst als Quereinsteiger von Beginn an bei dem Unternehmen arbeitet.

    Und tatsächlich ist in den Gesprächen die positive Einstellung zu spüren, eine Startup-Atmosphäre, eine Aufbruchstimmung. Vielleicht liegt es daran, dass nicht nur das Unternehmen selbst ein recht junges ist, sondern auch die Belegschaft. So liege der Altersschnitt der Mitarbeiter, die zu 90 Prozent aus der Region stammen, bei gerade einmal 31 Jahren. Daran wird sich wohl vorerst auch nichts ändern, schließlich plane man, zusätzlich zu den bereits vier Auszubildenden im Sommer acht zusätzliche Lehrlinge einzustellen – vom kaufmännischen Bereich über Elektroniker und Anlagenführer bis hin zu Lageristen und Industriemechanikern.

    In Sachen Wachstum ist also vorerst noch kein Ende in Sicht, dafür spricht zum einen die Ankündigung, weitere Mitarbeiter einzustellen, als auch die Tatsache, dass man im Gewerbegebiet Korbußen vorsorglich bereits ein weiteres Grundstück erworben habe.

    Erster Platz bei Thüringer Gründerpreis 2012

    Auch wenn der Stammsitz des Familienunternehmens Bikar in Bad Berleburg liegt, ist die Bikar-Aluminium GmbH in Korbußen ein eigenständiges Unternehmen – das im Übrigen die Anschrift "Bikarstraße 1" trägt. Insgesamt sind in der Firmengruppe nach eigenen Angaben 314 Mitarbeiter beschäftigt.

    Im Jahr 2012 wurde die Bikar-Aluminium GmbH in der Kategorie "Erfolgreiche Jungunternehmer" mit dem ersten Platz beim Gründerpreis Thüringen ausgezeichnet.

    Von Marcel Hilbert

    Quellennachweis

    Das Textmaterial wurde uns freundlicherweise von der Ostthüringer Zeitung (OTZ) zur Verfügung gestellt.

    Foto: Marcel Hilbert (Ostthüringer Zeitung)

    Ostthüringer Zeitung (OTZ)
    26. Mai 2015
    Internet www.otz.de

    Ostthüringer Zeitung (OTZ)